In den vorangegangenen Arbeiten wie "Schutzraum", "Rhythmus der Zelle", die "Umarmung" oder der Arbeit "das Mal forscht Jenny Brockmann daran, was passiert, wen sie Eigenschaften des menschlichen Körpers auf den Raum überträgt. Dieser Raum gestaltet sich eng, weit, hoch, durchlässig, geschlossen, dynamisch, statisch, verzweigt, unmmittelbar, oszillierend, schräg.
Bei ihren Projekten untersucht sie dynamische und räumliche Prozesse, sowie Abläufe in der Natur, sie testet Materialien, die sie einsetzen möchte und Verbindungen der Materialien. Sie forscht an menschlichen und gesellschaftlichen Verhaltensmustern und Eigenschaften der menschlichen Psyche, wie diese sich zu dem von ihr entworfenen Raum stellen und ihn mitgestalten. Diese setzt sie entsprechend des Gegenstandes ihrer Untersuchungen zu Raum in unterschiedlichen Kombinationen miteinander ein. In Performances sucht sie nach den Grenzen ihrer eigenen Psyche und Physis, um diese wiederum auf den Raum zu übertragen und radikale Raumordnungen für ihre Untersuchungen zu bauen.
In "Schutzraum" untersucht sie die Idee des Blutkreislaufes des Menschen, übertragen auf das Raumsystem eines Schutzbunkers. Im Zentrum ist ein in Granit gearbeitetes, schlagendes Herz (50 x 40 x 60 cm) von dem aus Arterien aus Kupferrohe (Durchmesser 60 mm) die verschiedenen Räume verbinden und das Akustische Signal in die entlegenen Winkel bringt. Sie untersucht die Wege, die die Menschen nehmen, die Relevanz der Abfolge der Räume und die Rangfolge der unterschiedlichen Räume im Bewegungsablauf der Menschen.
Bei "Rhythmus der Zelle" wird der Brustkorb zu einem hohen Raum (3 x 2,5 x 2,5 m), der nur in seinen angedeuteten stählernen Gitterwänden seine physische Präsenz bekommt. Diese Wände vollführen die atmende Bewegung und die Schläuche, die durch auf und abpumpen die Bewegung herstellen, erzeugen ein ächzendes schneufen. Wie verhalten sich die Mensche zu dem Raum (z.B. gehen sie hinein, wandern sie Außen herum) und wie verhalten sie sich zueinander? Wann kann ein durchlässiger Raum undurchlässig und beklemmend werden und wann ein enger, geschlossener Raum weit und eröffnend?
Die "Umarmung" ist ein Instrument in Holz (2 x 3 x 1,8 x 0,8 m), Schaumstoff und Textil, das von einem Menschen betätigt werden kann. Es greift die Aktion des Umarmens auf und wandelt sie ab in ein den Menschen auf Knopfdruck umschließendes Raumsystem. Angelehnt ist diese Raumskulptur an die "Hug-Box" der amerikanischen Wissenschaftlerin und Autistin Temple Grandin, die sich durch den von ihr entworfenen Umarmungsapparat weitestgehend selbst geheilt hat. Eines der wichtigsten Elemente der Installation ist der Schalter, mit dem die in der Installation stehende Person die Mechanik selbständig betätigt.
Die Arbeit "das Mal" ist eine interaktive Rauminstallation. Es wird die Bewegung der Besucher aufnehmen und drei an den Charakter eines Hautmals, einer Wucherung angelehnten Strukturen reagieren hierauf mit Bewegungen und Geräuschen. Die eine Struktur bewegt sich wie Anemonen unter Wasser, die andere rauscht und die dritte bewegt sich auf und ab. Die Reaktionen der drei Strukturen entsprechen den Stimmungen der Angst, der Freude, der Trauer und der Wut. Jede Stimmung hat eine eigene Choreografie der Strukturen.
Publicated by galerie gerken on occasion of the former exhibition at galerie gerken.
Herausgeber, Kopierrecht; Publisher, Copyright: galerie gerken, Tanja Gerken, Auguststraße 49, 10119 Berlin